Brennstoffkunde
Entstehung fossiler Brennstoffe
Kohle
Erdöl
Erdgas und Flüssiggas
Brennstoffvorräte
Nachwachsende Brennstoffe
Brennstoffchemie
Tabelle 1 Zusammensetzung fester Brennstoffe (Holz, Braunkohle, Steinkohle)
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Tabelle 12 Zusammensetzung der wichtigsten Brenngase
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Tabelle 13 Elementaranalyse der wichtigsten flüssigen und gasförmigen Brennstoffe
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Tabelle 14 Kennzahlen der wichtigsten flüssigen und gasförmigen Brennstoffe
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Entstehung fossiler Brennstoffe
Steinkohle, Braunkohle, Ölsande, Ölschiefer, Lignit, Gashydrate, Erdgas, Erdöl, Torf etc. sind
fossile Brennstoffe. Sie sind aus der Biomasse früherer Zeiten entstanden. Die wichtigste chemische Reaktion bei der Entstehung von Biomasse ist die Photosynthese, eine chemische Reaktion, bei der aus Kohlendioxid und Wasserdampf mit Hilfe von Photonen (Lichtenergie) Zucker und Sauerstoff entstehen:
6 CO2 + 6 H2O + Lichtenergie Þ C6H12O6 + 6 O2 (1)
Aus den Zuckermolekülen entstehen durch Polymerisation Stärke und Cellulose, die wiederum in andere biologische Stoffe umgewandelt werden können. Die heute von uns genutzten fossilen Energieträger haben sich durch geologisch bedingte Umwandlungen aus organischen Stoffen gebildet: Vor rund zwei Milliarden Jahren haben sich Lebewesen entwickelt, die mit Hilfe des Farbstoffes „Chlorophyll“ die Reaktion nach Gl. (1) ermöglichen. Damals war die Erdatmosphäre sehr arm an Sauerstoff. Den Luftsauerstoff der Atmosphäre hat die Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser erzeugt, gleichzeitig wurde Biomasse produziert. In Kenntnis der Sauerstoffmasse der Atmosphäre kann aus Gl. (1) die gesamte Biomasse der Erde errechnet werden.
Würde man zur Deckung des weltweiten Energiebedarfes die als fossiler Brennstoff konservierte Biomasse verbrennen, wäre der Luftsauerstoff nach Gl. (2) restlos in Kohledioxid zurückgewandelt, da die Verbrennung eine Umkehrung der Photosynthese darstellt:
C6H12O6 + 6 O2 Þ 6 CO2 + 6 H2O + Verbrennungswärme (2)
Die Verbrennung fossiler Brennstoffe träg dazu bei, die heutige Erdatmosphäre der vor Milliarden Jahren ähnlich zu machen (Klimakatastrophe!), da zwischen Entstehung und Verbrennung dieser Brennstoffe Jahrmilliarden liegen. Die Verbrennung nachwachsender Brennstoffe ist wiederum CO2-neutral, da zwischen der Entstehung und der Verbrennung in diesem Fall nur eine kurze Zeitspanne vorhanden ist.
Fossile Brennstoffe sind tote Biomasse, welche vor Jahrmillionen abgestorben ist und durch geologische Prozesse in Steinkohle, Braunkohle, Lignit, Torf, Erdöl und Erdgas sowie verschiedene Mischprodukte wie Ölsande, Ölschiefer, Gashydrate etc umgewandelt wurde. In einer ersten Stufe werden Pflanzen und Tiere kurz nach ihrem Absterben durch Schlamm oder Wasser vom Luftsauerstoff abgetrennt - beispielsweise Vegetationsflächen, die überflutet werden, oder Tiere, die im Schlamm einsinken. Die darauf folgende anaerobe, also sauerstofflose Zersetzung durch entsprechende Mikroorganismen überführt die tote Biomasse in Kohlenstoff- und Kohlenwasserstoffverbindungen verschiedener Zusammensetzung sowie andere Verbindungen mit einer Konzentrierung des Kohlenstoffgehalts.
Aufgabe 1: Berechnen Sie anhand Gl. (1) den Kohlenstoffgehalt der gesamten Biomasse der Erde unter der Annahme, dass sowohl die organische Kohlenstoffmasse als auch die Sauerstoffmasse in der Atmosphäre durch die Photosynthese entstanden ist. Die Sauerstoffmasse der Atmosphäre beträgt ca. 1,2 ×109 Millionen Tonne. Vergleichen sie die errechnete Kohlenstoffmasse mit der Masse der Biosphäre in Abbildung 4 der Vorlesung „Feuerungen und Umwelt“.
Aufgabe 2: Zeigen Sie anhand der Reaktionen nach den
Gleichungen (1) und (2), dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe die
Umwandlung von der Sonnenenergie in Wärme bedeutet.
Kohle
Umrechnungen: Die durchschnittliche chemische Energie (Verbrennungswärme) der Steinkohle ist die Steinkohleneinheit, SKE. Eine Tonne Steinkohleneinheit (1 t SKE) entspricht der Verbrennungswärme von etwa 0,691t Erdöl, oder 850 Nm3 Erdgas und ist 29×109 Joule. Nach den bekannten „sicheren Reserven“ ist der weltweite Kohlebedarf etwa für 200 Jahre gedeckt.
Kohlenbildung oder Inkohlung bezeichnet den unter fast vollständigem Sauerstoffabschluss erfolgenden Umbildungsvorgang von pflanzlicher Substanz zu den verschiedenen Kohlenarten. Stein- und Braunkohle haben sich vor 350 – 270 Millionen Jahren im feuchtheißen Klima des Karbonzeitalters aus Sumpfmoorwäldern gebildet. Typische Pflanzen dieser Wälder waren große Farne, baumartige Schachtelhalme und Schuppenbäume. Zunächst entstand torfähnliches Material und dann durch Inkohlungsprozesse unter Druck Braunkohle. Erst durch größeren tektonischen Druck und höhere Temperatur bildete sich Steinkohle. Durch längerfristige Einwirkung von Auflastdruck und erhöhter Temperatur nimmt der relative Anteil an Kohlenstoff zu und der Anteil an flüchtigen Stoffen ab (CH4 , CO2).
Nach Art der organischen Ausgangsstoffe unterscheidet man Humus- und Sapropel-Kohlen, zwischen denen aber Übergänge bestehen. Humus-Kohlen sind aus dem Lignin und der Cellulose von Pflanzen hervorgegangen, Sapropel-Kohlen (Bitumen-Kohlen) aus den Eiweiß- und Fettstoffen des Faulschlamms. Die Humus-Kohlen machen über 80% aller Kohlen aus. Nach dem Inkohlungsgrad und anderen damit in Zusammenhang stehenden Merkmalen teilt man die Kohlen in zwei Gruppen ein, Braunkohle und Steinkohle, diese wiederum in verschieden Arten (Tab. 1).
Bei der Weich-Braunkohle (von Baumstümpfen und Baumstämmen durchsetzt) unterscheidet man erdige (weiche) und stückige Sorten, bei der Hart-Braunkohle die schwarzbraune, dichte Matt-Braunkohle und die schwarze, harte, durch muscheligen und glänzenden Querbruch charakterisierte Glanz-Braunkohle (auch Pech-Kohle genannt). Die einzelnen Arten der Steinkohle (mit zunehmenden Inkohlungsgrad) sind: Flamm-Kohle, Gasflamm-Kohle, Gas-Kohle, Fett-Kohle, Ess-Kohle, Mager-Kohle und Anthrazit. Bei Braunkohle bestehen die organischen Bestandteile aus dem Bitumenanteil (vor allem Harze und Wachse) sowie aus Huminstoffen (humusbildende Stoffe). Daneben enthält jede Kohle anorganische, unverbrennbare Ballaststoffe (Aschebestandteile). Das in den Kohle-Flözen enthaltene Grubengas (hauptsächlich Methan) ist bei der Inkohlung frei geworden, die Kohlensäure größtenteils zugewandert (vulkanischen Ursprungs).
Die chemische Zusammensetzung der Kohle ist äußerst kompliziert. Bei der Steinkohle liegen nur 10% des Kohlenstoffs frei vor; der Rest ist in einem Verbindungsgemisch enthalten, das vor allem aus aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen besteht, in denen außer Sauerstoff zum Teil auch Schwefel und Stickstoff chemisch gebunden sind. Humuskohlen bestehen zu einem großen Teil aus aliphatischen Verbindungen, Sapropelkohlen enthalten viel Aromaten. Bei der Verbrennung aromatischer Kohlenwasserstoffe entsteht Russ. Schwefel verbrennt zu Schwefeldioxid und –Trioxid. Organisch gebundener Brennstoffsauerstoff neigt zu Formaldehydbildung bei der Verbrennung. Organisch gebundener Brennstoffstickstoff erhöht die Wahrscheinlichkeit der Stickoxidbildung bei der Verbrennung.
Tabelle 1 zeigt die chemische Zusammensetzung fester Brennstoffe. In den Tabellen 2 und 3 sind die weltweit bekannten Steinkohlenreserven der Erde in den Jahren 1955 und 1986 zu sehen.
|
|
Wasser- Gehalt % |
Flüchtige Bestandteile % |
Brennbare Gase % |
Kohlenstoff (wasser- u. aschefrei) % |
Wasserstoff (wasser- u. aschefrei) % |
Sauerstoff (wasser- u. aschefrei) % |
Heizwert kJ/kg |
|
|
Holz |
35 – 45 |
80 - 85 |
40 - 45 |
45 – 50 |
5 – 7 |
40 – 43 |
17000 – 20000 |
|
|
Braun-
kohle |
Weichkohle |
45 – 60 |
70 – 50 |
10 - 25 |
65 – 70 |
5 – 9 |
18 – 30 |
25100 – 26800 |
|
Hartkohle (Pechkohle) |
10 – 30 |
64 – 45 |
15 - 35 |
70 – 75 |
5 – 6 |
12 – 18 |
26800 – 28500 |
|
|
Stein-
kohle |
Flammkohle |
4 – 7 |
40 – 45 |
35 - 40 |
75 – 82 |
5,8 - 6,0 |
> 9,8 |
bis 32850 |
|
Gasflammkohle |
3 – 6 |
35 – 40 |
30 - 35 |
82 – 85 |
5,6 - 5,8 |
9,8 - 7,3 |
bis 33900 |
|
|
Gaskohle |
3 – 5 |
28 – 35 |
25 - 30 |
85 – 87 |
5,0 - 5,6 |
7,3 - 4,5 |
bis 35000 |
|
|
Fettkohle |
2 – 4 |
19 – 28 |
17 - 24 |
87 – 89 |
4,5 - 5,0 |
4,5 - 3,2 |
bis 35400 |
|
|
Esskohle |
2 – 4 |
14 – 19 |
12 - 15 |
89 – 90 |
4,0 - 4,5 |
3,2 - 2,8 |
35400 |
|
|
Magerkohle |
1 – 3 |
10 – 14 |
9 - 12 |
90 - 91,5 |
3,75 - 4,0 |
2,8 - 2,5 |
bis 35600 |
|
|
Anthrazit |
< 2 |
6 – 10 |
5 - 9 |
> 91,5 |
< 3,75 |
< 2,5 |
bis 36000 |
|
Tabelle 1: Zusammensetzung fester Brennstoffe. Torf und Lignit liegen ihrer Zusammensetzung nach zwischen Holz und Braunkohle. Mit zunehmender Inkohlung steigt der Heizwert, der Kohlenstoffgehalt und sinken Wasser- und Sauerstoffgehalt und flüchtige Bestandteilen.
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Steinkohlenreserven, Stand 1955 |
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|
|
Reserve in Mio. T |
Reserve in1015 J |
|
Europa |
339188 |
9836452 |
|
Asien |
547880 |
15888520 |
|
UdSSR |
947000 |
27463000 |
|
Afrika |
72370 |
2098730 |
|
Nordamerika |
1608525 |
46647225 |
|
Südamerika |
4523 |
131167 |
|
Australien |
13650 |
395850 |
|
Total |
3591346 |
1.04149034 |
Tabelle 2: Welt-Steinkohlereserven, Stand 1955, Quelle: Új Magyar Lexikon, 1962
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Steinkohlenreserven, Angaben in 1015 J, Stand 1986 |
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|
Reserve |
Förderung |
Reserve / Förderung [Jahr] |
|
Nordamerika |
3782335 |
22174 |
170 |
|
Lateinamerika |
75552 |
758 |
99 |
|
Westeuropa |
970291 |
8332 |
116 |
|
Naher Osten |
|
29 |
|
|
Afrika |
1833213 |
4149 |
442 |
|
Asien u. Australien |
1186733 |
9693 |
122 |
|
UdSSR |
3036608 |
15818 |
192 |
|
VR China |
4365124 |
22568 |
193 |
|
Osteuropa |
897083 |
14793 |
61 |
|
Total |
1.8146939 |
98315 |
184 |
Tabelle 3: Welt-Steinkohlereserven, Stand 1986, Quelle: The World Ressource Institute, 1988-89
Die Reserven haben sich trotz intensiver Förderung zwischen 1955 und 1985 beinahe verdoppelt, da mehr Kohle gefunden als verbraucht wurde.
Aufgabe 3: Welcher Anteil der gesamten Biomasse der Erde ist in Form von bekannten Welt-Steinkohlenreserven vorhanden? Entnehmen Sie die zu dieser Aufgabe benötigten Daten aus der Lösung der Aufgabe 1 und aus den Tabellen 2 und 3. Gehen Sie bei der Berechnung von einem Kohlenstoffgehalt der Steinkohle von 85 % aus (Mittelwert in Tabelle 1 für Steinkohle).
Aufgabe 4: Warum neigt die Kohlenverbrennung zu Russbildung?
Aufgabe 5: Warum neigt die Holzverbrennung zu Formaldehydbildung?
Erdöl
Umrechnungen: Der Energieinhalt von 1 t Erdöl entspricht etwa 1270 Nm3 Erdgas oder
1,5 t SKE bzw. 44×109 J. Die Mengenangabe erfolgt gelegentlich in Gallone (ca.
3,8 l) oder Barrel (Fass, ca. 159 l). Nach den bekannten „sicheren Reserven“
ist der weltweite Erdölbedarf etwa für 35 – 45 Jahre gedeckt. Die „Ressourcen„
d.h. geschätzten aber nicht nachgewiesenen Reserven liegen deutlich höher.
Auch Erdöl und Erdgas sind biogenen Ursprungs. Man vermutet, dass aus dem Meeresplankton und dem daraus entstandenen Faulschlamm unter Mithilfe von anaeroben Bakterien Kohlenwasserstoffverbindungen gebildet wurden. Unter dem Einfluss von hohem Druck und Erdwärme soll in Jahrmillionen Erdöl entstanden sein. Erdöl und Erdgas wurden schließlich in höhere Schichten verdrängt, bis sie an undurchlässige Ton- oder Salzschichten stießen.
Zusammensetzung: Erdöl (Petroleum, Rohöl, Steinöl, Bergöl) ist ein kompliziertes Gemisch von etwa 500 verschiedenen Kohlenwasserstoffen: Aliphaten, Naphthenen und Aromaten mit wechselnden Anteilen ungesättigter Kohlenwasserstoffe. Die Farbe ist wasserklar bis fast schwarz, grünlich fluoreszierend, sie sind viskos; Dichte zwischen 0,65 u. 1,02. Aufgrund neuerer Forschungen wird angenommen, dass sich das Erdöl in vorgeschichtlicher Zeit hauptsächlich aus tierischen Substanzen (Kohlenhydrate, Fette u. Eiweiße), z.B. aus dem Plankton (Faulschlamm), gebildet hat.
Die chemische Zusammensetzung schwankt je nach Fundort sehr stark: Vorkommen u.A. in Russland (Sibirien), USA (Pennsylvania), Saudi-Arabien, Mexiko, China, Großbritannien, Venezuela, Irak, Iran, Kuwait, Libyen, Norwegen, Rumänien, Kanada, Indonesien, Nigeria u. Ägypten; geringe deutsche Vorkommen in Niedersachsen (bei Hannover und im Emsland) und in Schleswig-Holstein. Aus dem Meeresboden und in Küstennähe erfolgt die Gewinnung von Bohrinseln aus. Das nach Anbohren der bis zu 6000 m tiefen erdölführenden Schichten entweder unter eigenem Druck an die Erdoberfläche tretende oder hochgepumpte Erdöl / Erdgas wird durch Pipelines zu den Raffinerien befördert und dort in oft vollautomatisch arbeitenden Anlagen einer fraktionierten Destillation unterworfen. Man destilliert dabei zunächst unter Normaldruck die bis etwa 200 °C siedenden Bestandteile ab, wobei Petrolether (Gasolin, Lösungsmittel) bei 40–70 °C, Leichtbenzin bei 70–90 °C, Petroleum (Schwerbenzin, für Düsenflugzeuge) bei 100–150 °C u. Ligroin (Lack-, Testbenzin) bei 100–180 °C gewonnen werden.
Der Rückstand wird im Vakuum destilliert, wobei man Leuchtpetroleum (Traktorentreibstoff) bei 200 bis 300 °C, Gasöle (Dieselöl, Haushaltsheizöl) bei 300–350 °C sowie Spindel-, Maschinen- u. Zylinderöle erhält. Die über 350 °C siedende Rückstände trennt man in Schmieröle, Vaseline, feste Paraffine u. Asphaltrückstände. Meist werden die höhersiedenden Öle durch einen gelenkten Crackprozess (katalytisches oder thermisches Cracken) in niedrigsiedende Bestandteile aufgespaltet, wodurch die Benzinausbeute größer wird.
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Name der Fraktion |
Siedebereich [°C] |
Verwendung |
|
Petrolether / Gasolin |
40 - 70 |
Fleckenwasser / Lösungsmittel |
|
Leichtbenzin |
60 – 100 |
Vergaserkraftstoff |
|
Schwerbenzin |
100 – 150 |
Vergaserkraftstoff |
|
Ligroin |
120 – 150 |
Lösungsmittel/Waschbenzin |
|
Petroleum/Kerosin |
150 – 300 |
Beleuchtungsmittel |
|
Gasöl |
250 – 350 |
Dieselmotoren / Heizöl EL |
|
Schmieröl |
> 300 |
Maschinen-/Motorenöl |
|
Bitumen |
Rückstand |
Straßenbau/Dachpappe |
Tabelle 4: Die wichtigsten Erdölprodukte.
Man erkennt aus Tabelle 4, dass Dieselöl und Heizöl EL den gleichen Siedebereich aufweisen. Der unterschied zwischen diesen Brennstoffen besteht in einigen physikalischen (z.B. Viskosität, Stockpunkt) und chemischen Anforderungen (z.B. Schwefelgehalt).
Die Gefahren der Erdölproduktion und –Verbrauch sind:
a) 1 Liter Öl verseucht 1 Million Liter Wasser;
b) Ölschicht an der Wasseroberfläche ist luftundurchlässig;
c) Bodenverseuchung,
d) Feuer- und Explosionsgefahr.
Tabellen 5 und 6 zeigen die Welt-Rohölreserven und die Verfügbarkeit in den Jahren 1986 und 2000. In diesem Zeitraum stiegen die Reserven von 3,9 ×1021 Joule auf 6,1 ×1021 Joule und die Verfügbarkeit von 32 auf 39 Jahre. Zwar zeigen die Reserven und die Verfügbarkeit einen steigenden Charakter. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass ca. 80 % der Welt-Rohölreserven im Nahen Osten, d.h. in einer politisch unsicheren Region liegen.
|
Erdölrserven, Angaben in 1015 J, Stand 1986 |
|||
|
|
Reserve |
Förderung |
Verfügbarkeit: Reserve / Förderung [Jahr] |
|
Nordamerika |
213537 |
23845 |
9 |
|
Lateinamerika |
519188 |
13834 |
38 |
|
Westeuropa |
100488 |
8299 |
12 |
|
Naher Osten |
2294476 |
26772 |
86 |
|
Afrika |
305651 |
10501 |
29 |
|
Asien u. Australien |
104675 |
7449 |
14 |
|
UdSSR |
334960 |
25666 |
13 |
|
VR China |
100488 |
5468 |
19 |
|
Osteuropa |
12561 |
963 |
13 |
|
Total |
3.986024 |
122796 |
32 |
Tabelle 5 : Welt-Rohölreserven, Stand 1986, Quelle: The World Ressource Institute, 1988-89
|
Erdölreserven, Angaben in Mio. Tonnen, Stand 2000 |
||||
|
|
Reserve [Mio. Tonnen] |
Förderung [Mio. Tonnen] |
Verfügbarkeit [Jahr] |
Reserve [1015 J] |
|
Nordamerika u. Mexiko |
7.413 |
650,3 |
11 |
326172 |
|
Südamerika |
10.750 |
346,6 |
31 |
473000 |
|
Europa (West) |
2.272 |
332,9 |
7 |
99968 |
|
Naher Osten |
90.369 |
1.112 |
81 |
3.976236 |
|
Afrika |
8.113 |
360,7 |
22 |
356972 |
|
Frühere UdSSR |
7.754 |
394,5 |
20 |
341176 |
|
VR China |
3.288 |
160,8 |
20 |
144672 |
|
Sonstige Länder |
9.748 |
213,2 |
46 |
428912 |
|
Total |
139.707 |
3.571 |
39 |
6.147108 |
Tabelle 6: Welt-Rohölreserven, Stand 2000, Quelle: Mineralölwirtschaftsverband
(http://www.vebaoel.de/oel-welt/oel_fakten/oelreserven.html)
Ähnlich wie bei Kohle sind in der Vergangenheit die Reserven mit der Zeit ständig gewachsen
(siehe Abb. 5 und 6)
Aufgabe 7: Was ist die Folge, dass die Ölschicht an der Wasseroberfläche luftundurchlässig ist?
Aufgabe 8: Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Dieselöl und Heizöl?
Erdgas und Flüssiggas
Umrechnungen: Energieinhalt von 1000 Nm3 Erdgas » 0,79 t Öl » 1,18 t SKE » 34,6×109 J. Nach den bekannten „sicheren Reserven“ ist der
weltweite Erdgasbedarf etwa für 60 – 70 Jahre gedeckt. Die „Ressourcen„ d.h.
geschätzten aber nicht nachgewiesenen Reserven liegen deutlich höher.
Der Begriff Erdgas umfasst alle gasförmigen Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus der Erde stammen und brennbar sind. Die Zusammensetzung von Erdgas kann variieren. Hauptbestandteile sind Methan (CH4), chemisch gesehen also eine organische Verbindung aus den Elementen Kohlenstoff ( C ) und Wasserstoff ( H ) mit einem Volumenanteil von 80 – 99 % und Ethan (C2H6) mit einem Anteil von 1 – 10 %. Weitere häufige Erdgaskomponenten sind: Stickstoff, Kohlendioxid, Propan(C3H8) und Butan(C4H10). Propan und Butan sind bei Umgebungstemperatur und Umgebungsdruck gasförmig, bei erhöhtem Druck sind sie flüssig (Flüssiggas).
Erdgas aus Kohle: Aus den Ablagerungen höherer Pflanzen entstanden Kohleflöze (Inkohlungsprozess). Vereinzelt sackten diese Kohleflöze in größere Erdschichten ab. Durch den Tiefendruck und die hohen Temperaturen kam es zu einer "Nachinkohlung", wobei sich Kohlenstoff anreicherte und andere Gase, wie z. B. Sauerstoff, Wasserstoff und Methan, verdrängt wurden. Diese Gase sammelten sich an und bildeten riesige Vorkommen.
Erdgas aus Ölschiefer: Durch hohe Temperaturen kann aus Ölschiefer in
einer Art Crackprozess Erdgas entstehen. Heutzutage bleiben diese Vorkommen
noch überwiegend unberücksichtigt, in der Zukunft können die Ölschiefervorkommen
jedoch an Bedeutung gewinnen.
Erdgas aus Erdöl: Aus Erdöl entweicht nach der Druckentspannung Methan, Ethan, Propan und Butan. Dieses Gemisch wird auch als „Nassgas“ bezeichnet, im Gegensatz zu der Mischung aus Methan und Ethan (Trockengas). Durch technologische Trennung gewinnt man aus dem Nassgas Trockengas und Flüssiggas (Propan, Butan oder eine Mischung aus Propan und Butan).
|
Erdgasreserven, Angaben in 1015 J, Stand 1986 |
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|
|
Reserve |
Förderung |
Verfügbarkeit Reserve / Förderung [Jahr] |
|
Nordamerika |
310720 |
19654 |
16 |
|
Lateinamerika |
213620 |
2835 |
72 |
|
Westeuropa |
240808 |
6511 |
36 |
|
Naher Osten |
1013724 |
2010 |
500 |
|
Afrika |
221388 |
1792 |
130 |
|
Asien u. Australien |
217504 |
3894 |
54 |
|
UdSSR |
1705076 |
25851 |
66 |
|
China |
31072 |
494 |
65 |
|
Osteuropa |
15536 |
2629 |
6 |
|
Total |
3.969448 |
65669 |
60 |
Tabelle 7a : Welt-Erdgasreserven, Stand 1986, Quelle: The World Ressource Institute, 1988-89
|
Erdgasreserven, Stand 1993 |
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Reserve in Mrd. m³ |
Reserve in 1015 J |
|
UdSSR |
56500 |
1954900 |
|
USA |
4700 |
162620 |
|
Kanada |
2700 |
93420 |
|
Niederlande |
1900 |
65740 |
|
GB |
600 |
20760 |
|
Indonesien |
1800 |
62280 |
|
Algerien |
3600 |
124560 |
|
Saudi Arabien |
5300 |
183380 |
|
Norwegen |
2000 |
69200 |
|
Mexiko |
2000 |
69200 |
|
Venezuela |
3700 |
128020 |
|
Iran |
20700 |
716220 |
|
Argentinien |
||